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Kritische Rohstoffe
Rohstoffe mit hoher wirtschaftlicher Relevanz und Versorgungsrisiko – darunter Seltene Erden, Lithium, Kobalt, Rhenium und andere strategische Materialien.
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Neue Daten aus der Clarion-Clipperton-Zone bestätigen das enorme Potenzial polymetallischer Knollen für Nickel, Kobalt und Kupfer. Doch trotz steigender Nachfrage bleiben Tiefseeprojekte zwischen technischer Machbarkeit, regulatorischer Unsicherheit und ökologischen Risiken umstritten.

Tiefseebergbau entwickelt sich zum neuen geopolitischen Schauplatz. Während die USA, Japan und Europa unterschiedliche Strategien verfolgen, stehen kritische Rohstoffe, ökologische Risiken und die Kontrolle globaler Lieferketten im Zentrum der Debatte.

Dr. Liuliu Han wird mit dem DGM-Nachwuchspreis für seine Forschung an nachhaltigen Hochleistungsmagneten ausgezeichnet. Im Fokus stehen Hochentropie-Legierungen, die mechanische Stabilität und magnetische Eigenschaften vereinen und gleichzeitig den Einsatz Seltener Erden reduzieren können.

Ein Forschungsteam um Ubaid Manzoor am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien entwickelt ein Verfahren, das Metalle aus Tiefsee-Manganknollen mittels Wasserstoff deutlich emissionsärmer gewinnt. Der Ansatz könnte die CO₂-Bilanz und Effizienz der Metallproduktion grundlegend verändern – und verschiebt die Debatte um zukünftige Rohstoffquellen.

Eine neu entwickelte Legierung aus Chrom, Molybdän und Silizium verschiebt die materialtechnischen Grenzen von Hochtemperaturanwendungen. Sie vereint Duktilität, Oxidationsbeständigkeit und Stabilität bis rund 2.000 Grad Celsius – und eröffnet damit neue Perspektiven für effizientere Flugtriebwerke und Gasturbinen.

Mit 400 Millionen Euro aus Bayern rückt die industrielle Kernfusion in Europa aus der experimentellen Phase in Richtung Anwendung. Proxima Fusion setzt dabei auf die Weiterentwicklung des Stellarator-Konzepts rund um Wendelstein 7-X – und positioniert sich als ernstzunehmender Akteur im globalen Wettbewerb um die Energiequelle der Zukunft.

Mit einem Finanzierungspaket von 1,175 Milliarden US-Dollar treibt Rio Tinto den Ausbau seines Rincon-Lithiumprojekts in Argentiniens Salta-Provinz voran. Das Vorhaben im Herzen des Lithiumdreiecks soll künftig bis zu 60.000 Tonnen batteriegeeignetes Lithiumcarbonat pro Jahr liefern und zählt zu den wichtigsten neuen Rohstoffprojekten für die globale Energiewende. Internationale Entwicklungsbanken und Exportfinanzierer unterstreichen mit ihrer Beteiligung die wachsende strategische Bedeutung stabiler Lithiumlieferketten.

Japan baut seine strategische Versorgung mit Seltenen Erden weiter aus. Eine langfristige Vereinbarung mit dem australischen Produzenten Lynas Rare Earths kombiniert Preisgarantien, feste Liefermengen und bevorzugten Zugang zu kritischen Magnetmetallen. Der Deal zeigt, wie Tokio geopolitische Risiken aktiv in industrielle Versorgungssicherheit übersetzt – während andere Regionen noch nach operativen Lösungen suchen.

Der Kerosinmarkt reagiert derzeit empfindlicher auf geopolitische Spannungen als der Rohölpreis selbst. Seit der Eskalation im Nahen Osten haben sich die Preise für Flugtreibstoff in Asien und Europa drastisch erhöht. Raffineriemargen, Exportstopps und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus treiben den Markt. Für Airlines, Flughäfen und energieintensive Volkswirtschaften wird Jet Fuel damit zu einem entscheidenden wirtschaftlichen Stressindikator.

MP Materials, Betreiber der bedeutenden Seltene-Erden-Mine Mountain Pass in Kalifornien, plant gemeinsam mit dem saudi-arabischen Bergbauunternehmen Ma’aden eine Raffinerie für Seltene Erden im Königreich. Das Projekt ist Teil einer strategischen US-saudi-arabischen Kooperation zur Diversifizierung globaler Lieferketten für kritische Rohstoffe und könnte die Struktur des internationalen Marktes nachhaltig verändern.



