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Bergbau

Hochschild Mining: Volcan im Maricunga-Gürtel strategisch neu positioniert

Hochschild Mining plc ist kein Projektentwickler im Frühstadium, sondern ein etablierter Edelmetallproduzent mit operativen Standorten in Peru, Argentinien und Brasilien. Das Unternehmen betreibt die Untertagemine Inmaculada in Peru, ist über San José in Argentinien präsent und hat mit Mara Rosa in Brasilien ein weiteres Goldasset im Portfolio. Diese geografische Streuung bildet die operative Basis, auf der Hochschild größere Entwicklungsprojekte strategisch vorantreibt.

Eines dieser Projekte ist Volcan in der chilenischen Atacama-Region – künftig unter der Struktur von Tiernan Gold gebündelt.

Maricunga: Goldjurisdiktion mit industrieller Historie

Volcan liegt im Maricunga Gold Belt, rund 150 Kilometer östlich von Copiapó. Diese Region ist kein spekulativer Frontier-District, sondern eine etablierte Goldprovinz mit aktiven Minen, fortgeschrittenen Entwicklungsprojekten und bestehender Bergbauinfrastruktur. Chile gilt trotz politischer Debatten weiterhin als eine der stabileren Bergbauregionen Lateinamerikas – insbesondere im Vergleich zu anderen südamerikanischen Jurisdiktionen.

Das Projekt umfasst ein Kerngebiet von rund 5.400 Hektar sowie umliegende Explorationsflächen von etwa 53.000 Hektar. Diese Größenordnung erlaubt nicht nur die Entwicklung der Hauptlagerstätte Dorado West, sondern bietet auch Raum für weitere Ressourcendefinition im Umfeld.

Von Andina zu Volcan: Geologische Re-Positionierung

Hochschild erwarb das Projekt 2012 durch die Übernahme von Andina Minerals. In der Folge wurde kein aggressiver Schnellstart angestrebt, sondern eine Phase systematischer Neuaufarbeitung:

  • erneute Auswertung historischer Bohrkerne
  • Aktualisierung des geologischen Modells
  • ergänzende metallurgische Testprogramme
  • Entwicklung eines geometallurgischen Verständnisses

Gerade in hochgelegenen Andenprojekten entscheidet nicht allein die Ressourcengröße über die Wirtschaftlichkeit, sondern das Zusammenspiel aus Erztyp, Oxidationsgrad, Laugungsverhalten und Prozessroute. Diese Vorarbeit ist ein klassisches De-Risking-Instrument – weniger spektakulär, aber fundamental.

Tiernan Gold: Strukturierung statt Bilanzbelastung

Mit der Ausgliederung in Tiernan Gold verfolgt Hochschild eine Kapitalstrategie, die im Mid-Tier-Goldsektor zunehmend verbreitet ist. Über eine Reverse-Takeover-Transaktion mit Railtown Capital soll Tiernan eigenständig an der TSX Venture Exchange gelistet werden.

Diese Konstruktion ermöglicht:

  • eigenständige Projektfinanzierung
  • Risikoteilung
  • potenziellen Kapitalzugang im kanadischen Markt
  • Entlastung der Hochschild-Bilanz

Für Hochschild bedeutet das keine operative Abkehr vom Projekt, sondern eine Strukturierung, die Entwicklungsrisiken isoliert und gleichzeitig optionalen Wertzuwachs erhält.

Wirtschaftliche Eckdaten – im Kontext der PEA

Eine im August 2025 aktualisierte Preliminary Economic Assessment (PEA), erstellt von Ausenco, skizziert für Volcan folgende Eckpunkte:

  • durchschnittliche Jahresproduktion in den ersten zehn Jahren: rund 332.000 Unzen Gold
  • durchschnittliche All-in Sustaining Costs (AISC): etwa 1.094 USD pro Unze
  • Post-Tax-NPV (5 % Diskont): ca. 1,5 Mrd. USD
  • Pre-Tax-IRR: rund 29 %

Wie bei jeder PEA sind diese Kennzahlen modellbasiert. Sie unterliegen Annahmen zu Goldpreis, CAPEX, metallurgischer Ausbringung und Betriebsparametern. Eine Machbarkeitsstudie wird erst in späteren Phasen eine belastbare Investitionsgrundlage liefern.

Gleichwohl positionieren sich die ausgewiesenen Kostenkennzahlen im wettbewerbsfähigen Bereich des globalen Goldsektors – vorausgesetzt, die metallurgischen Annahmen bestätigen sich im Maßstab.

Brasilien als operative Basis – nicht als Randnotiz

Die Präsenz in Brasilien über Mara Rosa ist dabei mehr als ein geografischer Marker. Sie unterstreicht, dass Hochschild nicht ausschließlich von andinen Hochgebirgsprojekten abhängig ist. Operative Erfahrung in unterschiedlichen Jurisdiktionen – Peru, Argentinien, Brasilien – stärkt die Projektkompetenz und reduziert das Klumpenrisiko.

Für Volcan bedeutet das: Es wird von einem Unternehmen entwickelt, das operative Bergbaupraxis besitzt – kein reines Explorationsvehikel ohne Produktionshistorie.

Governance und institutionelle Lesbarkeit

Bemerkenswert ist die freiwillige Veröffentlichung eines Modern-Slavery-Statements im Einklang mit britischen Regularien, obwohl Hochschild formal nicht zwingend darunter fällt. Für institutionelle Investoren ist dies kein Nebenpunkt, sondern Teil der Risikobewertung – insbesondere in einem Sektor mit komplexen Lieferketten.

Governance ist heute kein ESG-Add-on, sondern Kapitalzugangsfaktor.

Strategische Bewertung

Volcan ist kein kurzfristiges Spekulationsprojekt, sondern ein fortgeschrittenes Entwicklungsasset in einer etablierten Goldprovinz. Die Kombination aus:

  • District-Scale-Landpaket
  • aktualisierter geologischer Modellierung
  • wettbewerbsfähigen PEA-Kennzahlen
  • Kapitalstruktur über Tiernan

positioniert das Projekt im oberen Bereich der chilenischen Entwicklungs-Pipeline.

Ob Volcan tatsächlich in Produktion geht, hängt weniger von geologischer Spekulation als von:

  • Finanzierungsstruktur
  • Genehmigungsfortschritt
  • CAPEX-Disziplin
  • Goldpreisumfeld

Für professionelle Marktbeobachter ist es kein Projekt für Euphorie, sondern eines für strukturierte Aufmerksamkeit.

Und genau dort gehört es hin.

Die Darstellung dient der fachlichen Einordnung des Projekts und stellt keine Anlageempfehlung dar.

Author
Dr. Hitomi Takeda
Senior writer
February 27, 2026

The Lord Of The Rocks

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