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Rohstoffe

Los Azules: Argentiniens Tor zur globalen Kupferversorgung

Hoch in den Anden der Provinz San Juan entsteht mit Los Azules eines der bedeutendsten Kupferprojekte der kommenden Jahrzehnte. Das Vorhaben von McEwen Copper verbindet große Ressourcenbasis, Kathodenproduktion vor Ort und neue politische Rahmenbedingungen in Argentinien zu einem Projekt, das das Potenzial hat, das Land wieder auf die globale Kupferkarte zu setzen.

8 Minuten

In den schroffen Höhen der Anden in der Provinz San Juan, Argentinien, zeichnet sich ein Projekt ab, das das Potenzial hat, den globalen Kupfermarkt zu verändern: Los Azules. Dieses Kupferprojekt gehört der kanadischen McEwen Mining, über ihre Tochter McEwen Copper Inc., und befindet sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.

Ressourcen und strategische Bedeutung

Los Azules zählt zu den größten bekannten Kupferlagerstätten der Welt. Die Ressourcen werden auf rund 10,9 Milliarden Pfund Kupfer geschätzt, darüber hinaus besitzt das Projekt nennenswerte Nebenrohstoffe wie Molybdän, Silber und Gold.

Im globalen Kontext gewinnt Kupfer als Baustein der Elektrifizierung, erneuerbarer Energien, Ladeinfrastrukturen und digitaler Netzwerke an strategischer Bedeutung – seine Nachfrage übersteigt die fördernde Kapazität in vielen traditionellen Produzentenländern. Diese strukturelle Knappheit verschiebt den Fokus auf Projekte wie Los Azules, die mittelfristig bedeutende Mengen des Metalls bereitstellen könnten.

Standort und Infrastruktur

Das Projekt liegt hoch in den Anden auf rund 3.500 Metern Höhe, etwa 80 Kilometer west-nordwestlich von Calingasta und fünf Kilometer östlich der Grenze zu Chile. Die geografische Isolation stellt erhebliche infrastrukturelle Anforderungen: Straßenanbindung, Energieversorgung und Wasserinfrastruktur müssen erst geschaffen oder erweitert werden, um einen wirtschaftlichen Bergbaubetrieb zu ermöglichen.

Im Gegensatz zu etablierten Kupferregionen wie Chile, wo industrielle Infrastruktur über Jahrzehnte gewachsen ist, fordert Los Azules erhebliche Vorleistungen in die Basislogistik des Standorts – ein Faktor, der sowohl Kapitalbedarf als auch Zeitpläne beeinflusst.

Von der Machbarkeit zur Investitionsentscheidung

Im Oktober 2025 wurde eine umfassende Feasibility Study (FS) veröffentlicht. Sie bestätigt Los Azules als wirtschaftlich robustes, langfristig agierbares Projekt mit einer durchschnittlichen jährlichen Produktion von rund 148 000 bis 155 000 Tonnen Kupferkathoden über eine geplante Lebensdauer von mehr als 20 Jahren.

Diese Studie untermauert die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Vorhabens – ein zentrales Kriterium für mögliche Kapitalgeber. Importante internationale Partner wie die International Finance Corporation (IFC) arbeiten in strategischer Zusammenarbeit daran, Finanzierungsmechanismen und ESG-Standards (Environment, Social, Governance) in den Entwicklungsprozess zu integrieren.Ein weiterer bedeutender Meilenstein war die Einbeziehung von Los Azules in Argentiniens Large Investment Incentive Regime (RIGI), ein staatliches Förderprogramm mit steuerlichen und regulatorischen Anreizen für Großinvestitionen. Dies stärkt die Rahmenbedingungen für langfristige Kapitalzusagen und signalisiert politische Unterstützung für den Bergbausektor.

Investoren, Kapitalbedarf und Finanzierungsrahmen

Die Entwicklung einer Mine dieser Dimension erfordert erhebliche Mittel. Schätzungen gehen von einem Kapitalbedarf im Bereich von 2,7 bis über 3 Milliarden US-Dollar aus, abhängig von der Ausgestaltung der Infrastruktur, der Verarbeitungsanlage sowie der Finanzierung der Vorleistungen.

McEwen Copper hält das Projekt vollständig und hält über Tochterunternehmen alle relevanten Bergbaurechte, einschließlich rechtlicher und administrativer Zulassungen.Argentinien hat seit dem Jahr 2018 keine bedeutende Kupferproduktion geliefert; Los Azules könnte nicht nur eine Produktion in diesem Sektor wiederbeleben, sondern im Idealfall auch dazu beitragen, dass Argentinien sich auf der globalen Bergbaukarte neben etablierten Förderstaaten wie Chile und Peru positioniert.

Technologie, Nachhaltigkeit und ESG

Ein integraler Bestandteil der Projektplanung ist die nachhaltige Rohstoffgewinnung. Im Fokus steht die Produktion von Kupferkathoden direkt vor Ort, anstelle des klassischen Konzentrat-Modells. Diese veredelnde Verarbeitung reduziert Zwischentransporte und schafft Wertschöpfung im lokalen Umfeld.

Darüber hinaus ist die Energieversorgung des Projekts auf 100 % erneuerbare Energien ausgerichtet und das Design betont die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks. Dies soll Los Azules zu einer der ersten regenerativen Kupferminen machen und setzt Maßstäbe für moderne ESG-orientierte Bergbauprojekte.

Herausforderungen und makroökonomischer Kontext

Trotz dieser Fortschritte bleibt die Anziehung von Kapital eine Herausforderung. Traditionelle Investoren bevorzugen oft Sektoren mit kurzfristigerem Ertrag, und geopolitische sowie makroökonomische Risiken Argentiniens beeinflussen weiterhin die Investitionsbereitschaft. Während politische Reformen und steuerliche Incentives Vertrauen schaffen sollen, bleibt der Aufbau langfristiger industrieller Partnerschaften ein kritischer Faktor für die Realisierung des Projekts.

Nichtsdestoweniger signalisiert die positive FS und die staatliche Unterstützung, dass Los Azules auf einem klaren Pfad zur Produktion ist – sofern Finanzierung und Infrastruktur termingerecht gesichert werden.

Bedeutung für den globalen Kupfermarkt

Los Azules ist nicht nur ein nationales Projekt: Es steht für einen der wenigen neuen Lieferströme, die das prognostizierte Defizit zwischen wachsender Nachfrage und stagnierender Produktion adressieren können. Kupfer, als Leitmetall der Elektrifizierung und digitalen Infrastruktur, rückt immer stärker ins Zentrum strategischer Rohstoffplanung. Mit einer erwarteten Produktion von über 140 000 Tonnen Kupfer jährlich könnte Los Azules ein signifikanter Beitrag zur globalen Versorgung sein – und Argentinien in den kommenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Akteur im Bergbausektor machen.

Author
Leo Uhle
Founder und Chefredakteur
February 4, 2026

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