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Bergbau

FLSmidth und Texnopark: Service-Joint-Venture setzt neuen Maßstab für Mining-Infrastruktur in Zentralasien

Mit dem Joint Venture FLS TEXNO bauen FLSmidth und Texnopark ein Servicezentrum für die Bergbauindustrie in Usbekistan auf. Ziel ist es, Wartung, Ersatzteilversorgung und künftig auch lokale Fertigung näher an die Minen zu bringen und die wachsende Rohstoffindustrie in Zentralasien zu unterstützen.

6 Minuten

Foto: A ceremony to ratify the shareholders’ agreement was held at TEXNOPARK. The document was signed by TEXNOPARK CEO Sarvar Akhadov and Peter James Flanagan, Senior Vice President of FLSmidth Inc. The agreement reaffirms the commitment to establishing a joint venture aimed at a further, mutually beneficial partnership.

Zentralasien entwickelt sich zunehmend von einem rohstoffreichen Randgebiet zu einem strategischen Kernraum der globalen Bergbauindustrie. Die jüngste Partnerschaft zwischen FLSmidth und dem usbekischen Industrieunternehmen Texnopark ist ein deutliches Signal in diese Richtung – und weit mehr als ein klassisches Serviceabkommen.

Mit der Gründung des Joint Ventures „FLS TEXNO“ entsteht in Usbekistan eine Infrastruktur, die darauf ausgelegt ist, einen der zentralen Engpässe im Bergbau zu adressieren: die Verfügbarkeit von technischem Service, Ersatzteilen und lokalem Know-how.

Service als strategischer Faktor im Bergbau

Im industriellen Maßstab entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit von Minen längst nicht mehr nur über Lagerstättenqualität oder Maschinenleistung, sondern über Verfügbarkeit. Stillstand ist einer der teuersten Faktoren im Betrieb – insbesondere in Regionen, in denen Ersatzteile, spezialisierte Techniker oder Wartungskapazitäten nicht kurzfristig verfügbar sind.

Genau hier setzt das Joint Venture an.

FLS TEXNO wird als Servicezentrum für die Wartung und Betreuung von FLSmidth-Technologien aufgebaut, die bereits in usbekischen Bergbauprojekten im Einsatz sind. Der Fokus liegt zunächst auf Instandhaltung, technischer Unterstützung und Ersatzteilmanagement – also genau den Bereichen, die unmittelbar auf die Anlagenverfügbarkeit wirken.

Die Entscheidung, diese Kompetenzen lokal aufzubauen, ist dabei kein operatives Detail, sondern eine strategische Weichenstellung.

Warum Usbekistan jetzt im Fokus steht

Usbekistan gehört zu den rohstoffreichsten Ländern Zentralasiens und verfügt über bedeutende Vorkommen an Gold, Kupfer und weiteren strategischen Metallen. Gleichzeitig befindet sich das Land in einer Phase gezielter wirtschaftlicher Öffnung und Industrialisierung.

Internationale Bergbauunternehmen und Zulieferer treffen hier auf einen Markt, der wächst, aber gleichzeitig strukturelle Lücken aufweist – insbesondere im Bereich industrieller Dienstleistungen.

Die Partnerschaft zwischen FLSmidth und Texnopark ist daher auch als Antwort auf diese Lücke zu verstehen. Während FLSmidth globale Technologie, Prozesskompetenz und Serviceerfahrung einbringt, liefert Texnopark die lokale industrielle Basis, Infrastruktur und Marktkenntnis.

Modularer Aufbau als Skalierungsstrategie

Ein zentrales Element des Projekts ist der modulare Aufbau des Servicezentrums. Statt eine statische Infrastruktur zu errichten, wird die Anlage schrittweise erweitert – parallel zur Entwicklung des regionalen Marktes.

Dieser Ansatz ist im Bergbau entscheidend. Neue Minenprojekte entstehen oft in Wellen, abhängig von Rohstoffpreisen, Investitionszyklen und politischen Rahmenbedingungen. Eine modulare Struktur ermöglicht es, Kapazitäten flexibel anzupassen, ohne Überinvestitionen zu riskieren.

Langfristig ist vorgesehen, die Aktivitäten über reine Serviceleistungen hinaus auszubauen. Die lokale Fertigung von Komponenten stellt den nächsten logischen Schritt dar. Damit würde sich die Wertschöpfungstiefe vor Ort deutlich erhöhen – ein Faktor, der sowohl für Betreiber als auch für staatliche Akteure von Bedeutung ist.

Nähe zum Kunden als Wettbewerbsvorteil

Für FLSmidth ist das Joint Venture Teil einer klar erkennbaren Strategie: weg von zentralisierten Strukturen, hin zu regionaler Nähe.

In der Praxis bedeutet das kürzere Reaktionszeiten, bessere Anpassung an lokale Bedingungen und eine engere Verzahnung mit den Betriebsabläufen der Kunden. Gerade in Regionen wie Zentralasien, in denen Distanzen groß und Logistikketten komplex sind, wird dieser Faktor zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Gleichzeitig stärkt das Unternehmen damit seine Position gegenüber Wettbewerbern, die weiterhin primär aus zentralen Hubs heraus operieren.

Industriepolitik und geopolitischer Kontext

Die Bedeutung des Projekts geht über die rein industrielle Ebene hinaus. Dass die grundlegende Vereinbarung im Rahmen eines Staatsbesuchs des usbekischen Präsidenten in den USA geschlossen wurde, unterstreicht den politischen Stellenwert.

Rohstoffe sind längst ein geopolitisches Thema, und Zentralasien gewinnt in diesem Kontext an Gewicht. Investitionen in Infrastruktur, Technologie und lokale Wertschöpfung sind Teil einer umfassenderen Strategie, die wirtschaftliche Entwicklung und internationale Partnerschaften miteinander verbindet.

Joint Ventures wie FLS TEXNO sind dabei ein Instrument, um industrielle Kompetenz im Land aufzubauen und gleichzeitig globale Unternehmen stärker zu verankern.

Einordnung: Vom Lieferanten zum Systempartner

Für die Bergbauindustrie markiert die Entwicklung einen klaren Trend. Anbieter wie FLSmidth agieren nicht mehr ausschließlich als Lieferanten von Anlagen, sondern zunehmend als langfristige Systempartner.

Service, Wartung, Digitalisierung und Prozessoptimierung werden zu integralen Bestandteilen des Geschäftsmodells. Die eigentliche Maschine tritt dabei in den Hintergrund – entscheidend ist ihre Verfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus.

Fazit: Infrastruktur entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit

Mit FLS TEXNO entsteht in Usbekistan nicht nur ein neues Servicezentrum, sondern ein Baustein für die industrielle Weiterentwicklung einer ganzen Region.

Für Betreiber bedeutet das: bessere Verfügbarkeit, kürzere Reaktionszeiten und stabilere Prozesse. Für FLSmidth eröffnet sich ein wachsender Markt mit langfristigem Potenzial. Und für die Region selbst ist es ein Schritt hin zu mehr industrieller Eigenständigkeit.

Im Bergbau entscheidet am Ende nicht allein die Qualität der Lagerstätte, sondern die Qualität der Infrastruktur, die sie erschließt und betreibt. Genau hier setzt dieses Joint Venture an.

Author
Maud van Dijk
Senior Writer
19.03.2026

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